Teil. II.
Ungarns Grenzen.

Artikel 27.

Die Grenzen Ungarns werden wie folgt festgesetzt (vergleiche die beigefügte Karte).

1. Gegen Österreich

Von einem Punkte, der ungefähr 1 Kilometer westlich von Antonienhof (östlich von Kopčany [Kittsee]) zu wählen ist und den Treffpunkt der drei Grenzen Ungarns, Österreichs und der Čechoslovakei bildet, nach Süden bis zu der ungefähr 8 Kilometer südwestlich von St. Johann gelegenen Kote 115:
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, welche die Eisenbahnlinie Karlburg-Csorna ganz auf ungarischem Gebiete läßt und westlich von Kroat. Jahrndorf und Wüst-Sommerein und östlich von Kop
čany (Kittsee), Deutsch Jahrndorf, Niceklsdorf und Andau verläuft;

von dort gegen Westen bis zu einem auf dem Südufer des Neusiedlersees zwischen Holling und Hidegség zu wählenden Punkte:
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, die südlich von Pamhagen verläuft, den ganzen Einserkanal sowie die von der Station Mexiko ausgehende Sekundärbahnlinie bei Ungarn beläßt, den Neusiedlersee kreuzt und südlich der Insel, auf der sich die Kote 117 befindet, verläuft;

von dort gegen Süden bis zur Kote 265 (Kamenje), ungefähr 2 Kilometer südöstlich von Nikitsch:
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, die östlich von Zinkendorf und Nikitsch und westlich von Németpereszteg und Kövesd verläuft;

teilweise Änderung durch das Venediger Protokoll vom 13. Oktober 1921; mit dem die Stadt Ödenburg (nach Volksabstimmung) bei Ungarn verblieben ist.

von dort südwestwärts bis zur Kote 883 (Trott Kö-Gschriebenstein) ungefähr 9 Kilometer südwestlich von Köszeg:
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, welche südöstlich von Lutzmannsburg (Locsmánd), Olmod (Bleigraben) und Liebing und nordwestlich von Köszeg, und der von diesem Orte nach Salamonfa führenden Straße verläuft;

von dort südwärts bis zur Kote 234, ungefähr 7 Kilometer nordnordöstlich von Pinkamindszent:
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, die östlich von Rechnitz (Rohoncz) und Groß-Nahring (Nagynarda) und westlich von Butsching (Bucsa) und Dozmat, dann über die Koten 273, 260 und 241 verläuft;

von dort in einer im allgemeinen südwestlichen Richtung bis zur Kote 353, ungefähr 6 Kilometer nordnordöstlich von Szentgotthárd:
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, die zwischen Moschendorf (Magysároslak) und Pinkamindszent südlich der Dörfer Hagendorf (Karacsfa), Deutsch-Biding (Németbükkös) und Reinersdorf (Zsámánd), dann über die Kote 323 (Hochkogel) verläuft;

von dort gegen Südwesten bis zu einem Punkte, der auf der Wasserscheide zwischen den Flußgebieten der Raab und der Mur, ungefähr 2 Kilometer östlich von Tonka (Toka) zu wählen ist und den Treffpunkt der drei Grenzen Österreichs, Ungarns und des serbisch-kroatisch-slovenischen Staates bildet:
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, welche östlich der Dörfer Heiligenkreuz (Rabakeresztúr), Deutsch-Minihof (Nemetlak) und Mogersdorf (Nagyfalva) und westlich der Straße Radkersburg-Szentgotthárd, hierauf über die Kote 353 (Jankeberg) verläuft.

2. Gegen den serbisch-kroatisch-slovenischen Staat:

Von dem vorbezeichneten Punkte gegen Osten bis zur Kote 313, ungefähr 10 Kilometer südlich von Szentgotthárd:
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, welche im allgemeinen der Wasserscheide zwischen dem Flußgebiete der Raab im Norden und jenem der Mur im Süden folgt;

von dort südwärts bis zur Kote 295 (ungefähr 16 Kilometer nordöstlich von Sobota [Muraszombat]):
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, welche östlich der Orte Velké Dolany (Nagydolany), Orihodos samt seiner Eisenbahnstation, Kapornak, Domonkosfa und Kiszerdahely und westlich von Kotormany und Szomorocz sowie über die Koten 319 und 291 verläuft;

von dort südostwärts bis zur Kote 209, ungefähr 3 Kilometer westlich von Nemesnép:
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, welche im allgemeinen der Wasserscheide zwischen dem Flußgebiete der Nemesnép im Norden und der Kobilja (Kebele) im Süden folgt;

von dort südsüdostwärts bis zu einem an der Lendava (Lendva) südlich der Kote 265 zu wählenden Punkte:
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, welche östlich der Orte Kebeleszentmarton, Zsitköcz, Göntérháza, Hidveg, Csente und Pincze und westlich von Lendvajakabfa, Bödeháza, Gaborjanháza, Dédes und Lendva-Ujfalu verläuft;

von dort nach Südosten:
    der Lauf der Lendava (Lendva) stromabwärts;
    weiters der Lauf der Mur stromabwärts;

weiter bis zum Treffpunkte mit der ehemaligen Grenze zwischen Ungarn und Kroatien-Slavonien, ungefähr 1500 Meter oberhalb der Eisenbahnbrücke von Gyekennyes nach Kopřivnic (Koproncza):
    der Lauf der Drau stromabwärts;

von dort nach Südosten bis zu einem ungefähr 9 Kilometer östlich von Dolní Miholjac (Miholjacdolny) zu wählenden Punkte:
    die ehemalige administrative Grenze zwischen Ungarn und Kroatien-Slavonien mit der Korrektur, daß die Eisenbahn von Gyekennyes nach Barča einschließlich der Station in Gola ganz auf ungarischem Gebiete belassen wird;

von dort nach Osten bis zur Kote 93, ungefähr 3 Kilometer südwestlich von Baranyavar:
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, welche nördlich der Orte Torjancz, Löcs und Benge und südlich von Kassad Beremend samt dessen Eisenbahnstation und Illocska verläuft;

von dort nordostwärts bis zu einem im Laufe der Donau ungefähr 8 Kilometer nördlich der Kote 169 (Kisköszeg) zu wählenden Punkte:
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, welche östlich von Iván-Darda, Sarok, Udvar und Isabellaföld (samt Eisenbahnstation) westlich von Baranyavar und Föherczeglak verläuft und die diese beiden Orte verbindende Eisenbahn bis zur Gabelung unmittelbar nördlich von Baranyavar und Dalyok beim serbisch-kroatisch-sloveniscen Staate beläßt;

von dort ostsüdostwärts bis zu einem Punkte im Laufe der Kigyos, ungefähr 3 Kilometer ostsüdöstlich von der Station Bacsmadaras:
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, welche zwischen den Orten Santova (Herczegszántó) und Bereg verläuft und weiter im allgemeinen dem Laufe der Kigyos folgt, aber nordwärts von Ridica abbiegt;

von dort ostnordostwärts bis zu einem im toten Arme der Theiß, ungefähr 5½ Kilometer ostnordöstlich von der Station in Horgos zu wählenden Punkte:
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, welche südlich von Kun-Bajaverläuft, die Eisenbahn von Subotic (Szabadka) nach Bácsalmás etwa 1500 Meter östlich der Station Csikeria und die Eisenbahn von Subotic (Szabadka)  nach Kiskunhalas ungefähr 3 Kilometer südlich der Station Kelebia schneidet und nördlich von Horgos und dessen Station und südlich von Röszke-Szentmilhálytelek verläuft;

von dort südostwärts bis zur Theiß:
    die Mittellinie des toten Armes;

von dort stromaufwärts etwa 5 Kilometer weit bis zu einem im Gelände noch zu bestimmenden Punkte:
    der Lauf der Theiß;

von dort im allgemeinen ostwärts bis zu einem Punkte, der ungefähr 4 Kilometer südwestlich der Station in Kiszombor, annähernd ostsüdöstlich von der Kote 84 und südsüdwestlich von der Kote 83 zu wählen ist und den Treffpunkt der drei Grenzen Rumäniens, Ungarns und des serbisch-kroatisch-slovwenischen Staates bildet:
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, welche zwischen den Orten Gyala und Ószentivany und zwischen Stará Beba (Obeb) und Kübekaza verläuft.

3. Gegen Rumänien:

Von dem vorbezeichneten Punkte ostnordostwärts bis zu einem Punkte, der an der Maruša (Maros) ungefähr 3½ Kilometer oberhalb der Eisenbahnbrücke von Makov (Makó) nach Segedín (Szeged) zu wählen ist:
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie;

von dort südöstlich, dann nordöstlich bis zu einem ungefähr 1 Kilometer südlich der Station Nagylak zu wählenden Punkte:
    der Lauf des Flusses Maruša (Maros) stromaufwärts;

von dort nordostwärts bis zu dem Ausläufer der administrativen Grenze zwischen den Komitaten Csanad und Arad nordnordwestlich von Nemetpereg:
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, welche zwischen Nagylak und der Eisenbahnstation verläuft;

von dort ostnordostwärts bis zu einem zwischen Battonya und Tornya zu wählenden Punkte:
    diese nördlich von Nemetpereg und Kispereg verlaufende administrative Grenze;

von dort bis zur Kote 123 (etwa 1200 Meter östlich von Magosliget), die den Treffpunkt der drei Grenzen Ungarns, Rumäniens und der Čechoslovakei (Podkarpatská Rus) bildet:
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, welche westlich von Nagyvarjas, Kisvarjas und Nagyiratos, östlich von Dombegyháza, Kevermes und Elek, westlich vonOttlaka, Nagypél, Gyula-Varsand, Ant und Illye, östlich von Gyula, Gyulavári und Kötegyán verläuft, die Eisenbahnlinie von Nagyszalonta nach Gyula etwa 12 Kilometer von Nagyszalonta zwischen den beiden Gabelungen schnedet, die durch die Kreuzung dieser Eisenbahn mit der Eisenbahn von Szeghalom nach Erdögyarak gebildet werden, dann östlich von Mehkereg, westlich von Nagyszalonta und Marcziháza, östlich von Geszt, westlich von Atyas, Olách-Szt. Miklos und Rojt, östlichvonUgra und Harsány, westlich von Körösszeg und Körös-Tarján, östlich von Szakal und Berek-Böszörmény, westlich von Bors, östlich von Artánd, westlich von Nagyszántóm östlich von Nagykereki, westlich von Pelbarthida und Bihardiószeg, östlich von Kismarja, westlich von Csokály, östlich von Nagyléta und Almosd, westlich von Érselind, östlich von Bagamér, westlich von Erkenéz und Ermihályfalva, östlich von Szentgyörgyabrány und Peneszlek, westlich von Szabniszló, Bere-Csomaköz, Feny, Csanalos, Börvely und Domahida, östlich von Vállaj, westlich von Csengerbags und Ovári, östlich von Csengerujfalu, westlich von Dara, östlich von Csenger und Komlódtótfalu, westlich von Pete, östlich von Nagygécz, westlich Szarazberek, östlich von Mehtelek, Gárbolcu und Nagyhodos, westlichvonFertösalmas, östlich von Kishodos, westlich von Nagypalad und östlich von Kispalad und Magosliget verläuft.

4. Gegen die Čechoslovakei:

Von der vorbezeichneten Kote 123 gegen Nordwesten bsi zu einem im Laufe des Batar ungefähr 1 Kilometer östlich von Magosliget zu wählenden Punkte:
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie;

von dort der Lauf des Batar stromabwärts;

von dort bis zu einem unterhalb des Dorfes Badaló nahe bei diesem Dorfe zu wählenden Punkte:
    der Lauf der Theiß stromabwärts;

von dort nordnordwestlich bis zu einem im Gelände nordöstlich von Darósz zu wählenden Punkte:
    eine im Gelände noch zubestimmende Linie, welche die Orte Badoló, Csoma, Macsola, Asztely und Déda auf dem ruthenischen Gebiete des čechoslovakischen Staates und die Orte Beregsurány und Darósz auf ungarischem Gebiete beläßt;

von dort nordwestlich bis zum Zusammenflusse der Černá Voda (Fekete Viz) mit der Csaronda:
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, welche über die Kote 179 verläuft und dieOrte Mezökaszony, den Hof Lonyay, den Hof Degenfeld, Hetyen, den Hof Horvathi, den Hof Komjathy auf ruthenischem und die Orte Kerek Gorondtánya, Berkitánja und Barabás auf ungarischem Gebiete beläßt;

von dort bis zu einem auf der administrativen Grenze zwischen denKomitaten Szabolcs und Bereg zu wählenden Punkte;
    der Lauf der Csaronda stromabwärts;

von dort nach Westen bis zu dem Punkte, wo die vorbezeichnete Grenze vom rechten Ufer kommend den Lauf der Theiß schneidet:
    ein im Gelände noch zu bestimmende Linie;

von dort stromabwärts bis zu einem ostsüdöstlich von Tárkány zu wählenden Punkte:
    der Lauf der Theiß;

von dort im ganzen westwärts bis zu einem Punkte im Laufe der Ronyva ungefähr 3700 Meter westlichvonder Brücke zwischen der Stadt und Eisenbahnstation Slovenské Nové Mesto (Sátorakyaújhely):
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, welche der Čechoslovakei die Orte Tárkány, Perbeník, Örös, Kiskövesd, Bodrogszerdahely, Bodrogszeg und Borša und Ungarn die Orte Dámócz, Lácza, Rozvágy, Páczin,. Karos, Felsö-Berecki beläßt, den Bodrog überschreitet und das Gleisdreieck südöstlich von Slovenské Nové Mesto (Sároralyaújhely) östlich dieser Stadt schneidet, daß die ganze Eisenbahn Košice-Čop (Csap) auf čechoslovakischem Gebiete belassen wird;

von dort stromaufwärts bis zu einem bei der Kote 125 etwa 150 Meter südlich von Mihal'any (Aslómihályi) gelegenen Punkte:
    der Lauf der Ronyva;

von dort nordwestwärts bis zu einem Punkte am Laufe des Hernad auf der Höhe der Kote 167 am rechten Ufer südwestlich von Nádošt' (Abaujnádasd):
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, welche im allgemeinen der Linie der Wasserscheide zwischen dem Gebiete der Ronyva im Osten und der Boszva im Westen folgt, aber derart, daß sie etwa 2 Kilometer östlich von Pusztafalu verläuft, sichauf der Kote 896 nach Südwesten wendet, auf der Kote 424 die Straße Košice-Slovenské Nové Mesto (Sátoralja) schneidet und südlich von Nádošt' verläuft;

von dort bis zu eienm etwa 1500 Meter südwestlich von Abaújvar zu wählenden Punkte:
    der Lauf der Hernad stromabwärts;

von dort nach Westen bis zur Kote 330 ungefähr 1500 Meter südsüdwestlich von Perina:
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, welche der Čechoslovakei die Orte Miglec (Miglécznémeti) und Perina und Ungarn Tornyosnémeti beläßt;

von dort nach Westen bis zur Kote 291 ungefähr 3500 Meter südöstlich von Jánok:
    die Linie der Wasserscheide zwischen dem Gebiete der Bodava (Bodva) im Norden und er Rakacza im Süden, wobei die Straße am Gebirgskamm südöstlich von Buzita auf dem ungarischen Gebiete belassen wird;

von dort westnordwestwärts bis zur Kote 431 ungefähr 3 Kilometer südwestlich von Turna (Torna):
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, welche der Čechoslovakei die Orte Janok, Tornahorváti und Bodcacendégi und Ungarn Tornaszentjakab und Hidvegardó beläßt;

von dort südwestlich bis zur Kote 365, ungefähr 12 Kilometer südöstlich von Plešivec (Pelsöcz):
    eine im Gelände derart zu bestimmende Linie, daß sie über die Koten 601, 381 (auf der Straße Rožňava-Edelény [Rozsnyó-Edelény]), 556 und 502 verläuft;

von dort nach Südsüdwesten bis zur Kote 305, ungefähr 7 Kilometer nordwestlich von Putnok:
    die Linie der Wasserscheide zwischen den Gebieten der Slaná (Sajó) im Westen der Suchá und des Kelemir im Osten;

von dort südsüdwestwärts bis zur Kote 278 südlich des Zusammenflusses der Slaná (Sajó)und Rimava (Rimá):
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, welche so verläuft, daß sie den Bahnhof Banriev (Bánréve) Ungarn beläßt, aber nötigenfalls auf čechoslovakischem Gebiete die Konstruktion einer Verbindung zwischen den beiden Eisenbahnen von Plešivec (Pelsöcz) und Lučenec (Losoncz) gestattet;

von dort nach Südwesten bis zur Kote 485, ungefähr 10 Kilometer ostnordöstlich von Salgótarján:
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, welche im allgemeinen der Linie der Wasserscheide des Gebietes der Rimava (Rima) im Norden und der Hangoň und Tarna im Süden folgt;

von dort nach Westnordwesten bis zur Kote 727:
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, welche Ungarn die Orte und die Bergwerke Roveň (Zagyvarona) und Šalgov (Salgó) beläßt und südlich der Station Somoš (Somosujfalu) verläuft;

von dort nach Nordwesten bis zur Kote 391, ungefähr 7 Kilometer östlich von Litkovce (Litke):
    eine im allgemeinen dem Gebirgskamm folgende, im Nordosten das Dobroda-Tal begrenzende und über die Kote 446 verlaufende Linie;

von dort nach Nordwesten bis zu einem am Lauf der Eipel (Ipel, Ipola) unegfähr 1500 Meter nordöstlich von Tarnovce (Tarnócz) zu wählenden Punkte:
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie. welche über die Kote 312 zwischen Tarnovce (Tarnócz) und Kalonda verläuft;

von dort nach Südwesten bis zu einem an der Krümmung der Eipel ungefähr einen Kilometer südlich von Tešmák (Tesmág) zu wählenden Punkte:
    der Lauf der Eipel stromabwärts;

von dort nach Westen bis zu einem am Laufe der Eipel etwa 1 Kilometer westlich von Tieša (Tésa) zu wählenden Punkte:
    eine im Gelände noch derart zu bestimmende Linie, daß sie südlich von der Station Ipel'ske Šahy (Ipolysag) verläuft und die von Ipel'ske Šahy (Ipolysag) nach Čata führende Eisenbahn sowie die Zweigstrecke nach Krupina (Korpona, Karpzen) ganz auf čechoslovakischem Gebiete, dagegen Ungarn die Orte Bernecz und Tieša (Tésa) beläßt;

von dort südwärts bis zum Zusammenflusse mit der Donau:
    der Lauf der Eipel stromabwärts;

von dort bis zu einem etwa 2 Kilometer östlich von Antonienhof (östlich von Kopčany [Kittsee]) zu wählenden Punkte:
    die Hauptfahrrinne der Donau stromaufwärts;

von dort nach Westen bis zu einem Punkte, der ungefähr 1 Kilometer westlich von Antonienhof (östlich von Kopčany [Kittsee]) zu wählen ist und den Treffpunkt der drei Grenzen Österreichs, Ungarns und der Čechoslovakei bildet:
    eine im Gelände noch zu bestimmende Linie.

Artikel 28.

Die im gegenwärtigen Vertrage beschriebenen Grenzen sind, soweit sie bestimmt sind, auf einer Karte im Maßstabe 1 : 1,000.000 eingezeichnet, die dem gegenwärtigen Vertrage beigeschlossen ist. Im Falle von Abweichungen zwischen Text und Karte ist der Text maßgebend.

Artikel 29.

Den Grenzregelungsausschüssen, deren Zusammensetzung durch den gegenwärtigen Vertrag bestimmt ist oder durch einen Vertrag zwischen den alliierten und assoziierten Hauptmächten und den oder einem der interessierten Staaten, bestimmt werden wird, obliegt es, diese Grenzlinien im Gelände zu ziehen.

Sie besitzen jegliche Machtbefugnis, nicht nur zur Bestimmung der als "im Gelände noch zu bestimmende Linie" bezeichneten Teilstrecken, sondern auch zur Revision der durch Verwaltungsgrenzen bestimmten Teilstrecken (außer hinsichtlich der im August 1914 bestandenen internationalen Grenzen, wo sich die Rolle der Ausschüsse auf die Überprüfung der Grenzpfähle und Grenzsteine beschränken wird), sofern einer der beteiligten Staaten eine solche Revision verlangt und der Ausschuß sie als zweckdienlich anerkennt. In diesen beiden Fällen werden sie es sich angelegen sein lassen, unter tunlichster Berücksichtigung der politischen Grenzen und der örtlichen wirtschaftlichen Interessen den in den Verträgen gegebenen Festlegungen nach Möglichkeit zu folgen.

Die Ausschüsse entscheiden mit Stimmenmehrheit. Ihre Entscheidungen sind für die Beteiligten bindend.

Die Kosten der Grenzregelungsausschüsse werden zu gleichen Teilen von den beiden beteiligten Staaten getragen.

Artikel 30.

Wenn die Grenzen durch einen Wasserweg bezeichnet sind, so bedeuten die in den Beschreibungen des gegenwärtigen Vertrages gebrauchten Ausdrücke "Lauf" oder "Fahrrinne" bei nicht schiffbaren Flüssen die Mittellinie des Wasserlaufes oder seines Hauptarmes und bei schiffbaren Flüssen die Mittellinie der  Hauptschifffahrtsrinne. Jedoch bleibt es den durch den gegenwärtigen Vertrag vorgesehenen Grenzregelungsausschüssen überlassen, im einzelnen festzusetzen, ob die Grenzlinie den jeweiligen Veränderungen des so bezeichneten Wasserlaufes oder der so bezeichneten Fahrrinne folgen oder endgültig durch die Lage des Wasserlaufes oder der Fahrrinne bei Inkrafttreten des gegenwärtigen Vertrages bestimmt werden soll.

Artikel 31.

Die verschiedenen beteiligten Staaten verpflichten sich, den Ausschüssen alle für ihre Arbeiten nötigen Belege zu liefern, insbesondere authentische Abschriften der Protokolle über die Absteckung gegenwärtiger oder früherer Grenzen, alle vorhandenen Karten im großen Maßstab, die geodätischen Daten, die durchgeführten und nicht veröffentlichen Aufnahmen, die Auskünfte über das Austreten der Grenzflußläufe.

Sie verpflichten sich überdies, die Lokalbehörden anzuweisen, den Ausschüssen alle Dokumente zu übermitteln, insbesondere die Pläne, Kataster und Grundbücher, und ihnen auf Verlangen alle Auskünfte über das Eigentum, die wirtschaftlichen Strömungen und andere nötige Informationen zu liefern.

Artikel 32.

Die verschiedenen beteiligten Staaten verpflichten sich, den Grenzregelungsausschüssen, sei es direkt, sei es durch Vermittlung der Ortsbehörden, in allem behilflich zu sein, was die zur Ausführung ihrer Aufgabe nötigen Transporte, Bequartierung, Arbeitskräfte und Materialien (Grenzpfähle, Grenzsteine) betrifft.

Artikel 33.

Die verschiedenen beteiligten Staaten verpflichten sich, den vom Ausschusse aufgestellten trigonometrischen Zeichen, Signalstangen, Grenzpfählen oder Grenzsteinen Achtung zu verschaffen.

Artikel 34.

Die Grenzsteine werden auf Sehweite voneinander aufgestellt; sie werden numeriert und mit ihrem Aufstellungsort und ihrer Nummer auf einem kartographischen Dokument verzeichnet.

Artikel 35.

Die endgültigen Grenzregelungsprotokolle, die Karten und Beilagen werden in drei Urschriften ausgefertigt, von denen zwei den Regierungen der Grenzstaaten, die dritte der Regierung der französischen Republik übergeben werden, welch letztere authentische Ausfertigungen derselben den Signatarmächten des gegenwärtigen Vertrages zugehen lassen wird.


Quellen: Sammlung der Gesetze und Verordnungen des Čechoslovakischen Staates Nr. 102/1922
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© 26. Mai 2006 - 27. Mai 2006
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